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Direkteinstieg bei Bayer – Vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Konzerns

Erfahrungsbericht von Christine Neuenhahn,
Bayer AG Corporate Finance

Von der Uni in die Praxis

Vor Abschluss meines Studiums der Betriebswirtschaftslehre an der RWTH in Aachen stellte ich mir die Fragen, in welchem Bereich und bei welchem Unternehmen ich nach dem Studium arbeiten möchte. Erstere war durch meinen gewählten Studienschwerpunkt „Rechnungslegung“ und durch meine Tätigkeiten als studentische Hilfskraft in einer Steuerberater- und Wirtschaftsprüfungskanzlei sowie am Lehrstuhl für Unternehmensrechnung schnell beantwortet: Der Bereich „Accounting“ sollte es sein. Offen blieb also noch die Frage nach dem Unternehmen. Hier war mein Wunsch, bei einem international agierenden Unternehmen mit guter Reputation zu arbeiten, das gleichzeitig Innovationen fördert und sich neuen Herausforderungen stellt.

Bayer schien mir eine optimale Adresse: Kurz zuvor hatte Bayer die Akquisition der Pflanzenschutzsparte von Aventis abgeschlossen und sich durch die Schaffung von Teilkonzernen unter dem Dach einer strategischen Holdinggesellschaft neu strukturiert. Gleichzeitig verband ich mit dem Namen Bayer ein traditionsreiches Unternehmen und hatte den Eindruck, dass es sich bei dem Konzern um einen attraktiven und sozial verantwortlich handelnden Arbeitgeber handelt. Dieses positive Gefühl wurde bestätigt, als ich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wurde. Trotz meiner anfänglichen Nervosität herrschte während des Gesprächs eine sehr freundliche Atmosphäre und ich fühlte mich gleich gut aufgehoben. Umso mehr freute ich mich über die positive Rückmeldung und das Angebot eines Direkteinstiegs im Bereich „Group Financial Statements“.

Meine Entwicklung bei Bayer

Wurde meine positive Erwartung durch Bayer bestätigt? Nach nunmehr fast 14 Jahren im Unternehmen kann ich mit Sicherheit sagen: Zu 100%! Aber fangen wir vorne an …

Zunächst bot mir mein Einstieg im Bereich „Group Financial Statements“, in dem die Finanzberichte aller Tochtergesellschaften zu einem Konzernabschluss zusammenfließen, eine tolle erste Möglichkeit, einen tiefen Einblick in die Strukturen des Unternehmens zu erhalten. Darüber hinaus zeigte sich recht bald, dass Bayer trotz seiner langen Historie ein sehr dynamisches Unternehmen ist, in dem Mitarbeiter ermutigt werden, den Status Quo zu hinterfragen und Veränderungen aktiv vorangetrieben werden.

So konnte unser Team seinen Beitrag zu einigen spannenden Großprojekten leisten, wie etwa der Abspaltung der damaligen Chemiesparte, die als selbständige Firma unter dem Namen „Lanxess“ an die Börse Direkteinstieg bei Bayer – Vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Konzerns Erfahrungsbericht von Christine Neuenhahn, Bayer AG Corporate Finance gebracht wurde. Zu diesem Zweck wurde der Unternehmensbereich bereits vorab im Rahmen sogenannter Combined Financial Statements als eigenständiges Unternehmen dargestellt, ehe er im Anschluss aus dem Konzernverbund herausgelöst werden konnte. Extrem spannende Herausforderungen boten auch die Übernahme des Geschäftes verschreibungsfreier Medikamente von Roche sowie die Akquisition des Schering-Konzerns. Hier bot sich mir die Möglichkeit, die Buchung der sehr aufwändigen Kaufpreisallokationen zu betreuen und die Vorgaben zum sogenannten „Push Down“ dieser Buchungen vom zentralen Accounting in die einzelnen Gesellschaften und Länder zu erarbeiten und zu koordinieren. Teamarbeit und der Austausch mit den Kollegen im Headquarter und in den ausländischen Tochtergesellschaften werden bei solchen Projekten natürlich groß geschrieben.

Diese Berührungspunkte mit größeren Akquisitionen weckten dann auch mein Interesse, weitere Erfahrung im Bereich „Mergers & Acquisitions“ zu sammeln. Ermöglicht wurde dies durch einen Wechsel in die Abteilung „Accounting for Mergers & Acquisitions“, die sich ausschließlich mit bilanzierungsrelevanten Themen von Unternehmenszukäufen und -verkäufen befasst. Geprägt durch zeitlich begrenzte Projekte, waren die Aufgaben hier unglaublich abwechslungsreich und vielfältig: Angefangen von Entscheidungen zur Transaktionsstruktur, über die Financial Due Diligence und die Teilnahme an Vertragsverhandlungen bis hin zur Erstellung und Koordinierung von Kaufpreisallokationen konnte ich zahlreiche Projekte eigenverantwortlich von Anfang bis Ende begleiten. Dies ermöglichte mir neben der Einbringung der eigenen fachlichen Expertise auch einen umfassenden Einblick in die jeweiligen Geschäftsbereiche und relevanten Werttreiber.

Nach etwa sieben Jahren in der Konzernzentrale in Leverkusen war es dann an der Zeit, Auslandsluft zu schnuppern: Meine Versetzung in die chinesische Niederlassung von Bayer in Shanghai stand an. Christine Neuenhahn 24 Karriere Hier durfte ich für ca. drei Jahre als „Management Support“ eine große Bandbreite von Aufgaben im Verwaltungsbereich betreuen und verschiedenste Projekte leiten bzw. unterstützen. Dies beinhaltete z.B. die Gründung einer chinesischen Holdinggesellschaft für eine Bayer-Sparte, die Restrukturierung der lokalen Verwaltungsfunktionen, die Erstellung von Budgets oder – für mich persönlich einmal etwas ganz anderes - die Projektleitung zur Verteilung der Mitarbeitergeschenke im Rahmen des 150-jährigen Jubiläums von Bayer. Dies ist bei ca. 12.000 über das ganze Land verteilten Beschäftigten und einer Infrastruktur, die nicht mit der in Deutschland vergleichbar ist, keine ganz einfache Sache. Neben der persönlichen Weiterentwicklung, die ein Auslandsaufenthalt immer mit sich bringt, konnte ich also auch meinen beruflichen Horizont nochmal erweitern, indem ich die Chance bekam, Aufgaben zu verantworten, die über meine originäre fachliche Ausrichtung hinausgingen.

Das Leben und Arbeiten in einer so dynamischen und beeindruckenden Stadt wie Shanghai, die Vielfalt der Themen und die tolle Zusammenarbeit mit den dortigen Kollegen haben die Zeit in China für mich zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht. Ein Highlight, das in dieser Form sicherlich nur bei einem internationalen Konzern wie Bayer möglich ist.

Wo stehe ich aktuell?

Nach meiner Rückkehr aus China bot sich mir erneut eine Entwicklungsmöglichkeit, als ich meine aktuelle Position als „Head of Region Asia Pacific“ im Bereich „Corporate Finance“ übernahm. Hier habe ich nun seit ca. drei Jahren die Verantwortung für die finanzierungsrelevanten Themen in der gesamten Region Asien-Pazifik, was wiederum ein unglaublich abwechslungsreiches Feld verschiedenster Schwerpunkte in den einzelnen Ländern bietet. Toll ist außerdem, dass ich weiter intensiven Kontakt mit unseren Kollegen in der Region habe und ich viele meiner in China gewonnenen Erfahrungen einbringen kann. Und auch in dieser Funktion stehen häufig projektgetriebene Themen im Vordergrund. So habe ich im Rahmen der Abspaltung der ehemaligen Polymer-Sparte von Bayer und ihres Börsengangs als Covestro AG gemeinsam mit einem Team aus Kollegen der Steuer- und Rechtsabteilungen, des Treasury-Bereichs sowie den Kollegen in unseren asiatischen Auslandsniederlassungen neue Gesellschaftsstrukturen und nötige Finanzierungen in den Ländern konzipiert, die wir dann im Rahmen des sogenannten Carve-outs innerhalb kürzester Zeit implementiert haben. Auch hier zeigte sich wieder einmal die Stärke von Bayer, große Ziele gemeinsam zu erreichen.

Rückblickend kann ich also sagen, dass mir innerhalb des Konzerns immer wieder tolle Chancen geboten wurden, ich Neuerungen implementieren oder unterstützen konnte und ich mich so fachlich und persönlich kontinuierlich weiterentwickeln konnte – und das Ganze in einem Team aus tollen Kollegen.

Nach diesen Erfahrungen mit Bayer bin ich mir sicher, dass auch in der Zukunft interessante und spannende Aufgaben auf mich warten, auf die ich mich jetzt schon freue.

Karriereplaner - Ausgabe: WS 2017/2018