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Direkteinstieg als Informatiker bei der BearingPoint GmbH

Karamat Mehdizadeh, Technology Analyst

Ich habe an der Goethe Universität Frankfurt Diplominformatik studiert und hatte den Berufseinstieg in die Beratungsbranche schon relativ fest im Visier. Durch mein Praktikum am Max Planck Institut und meine Tätigkeit als Hilfswissenschaftler für Wirtschaftsinformatik war eine Karriere in der Wissenschaft zwar durchaus eine Option, aber da haben mich am Ende sowohl die Perspektiven als auch die Bezahlung nicht unbedingt überzeugt.
Während des Studiums hatte ich schon zahlreiche kleinere und größere Softwareentwicklungsprojekte umgesetzt, aber einen Job als reiner Softwareentwickler konnte ich mir nicht vorstellen. Ich wollte in meinem Beruf unterschiedliche Aufgaben und Projekte übernehmen, mit Kunden arbeiten und auch den Bezug zu wirtschaftlichen Themen haben. Für diese Abwechslung und Vielseitigkeit sind Unternehmensberatungen ja bekannt und BearingPoint wurde mir aufgrund ihrer Kombination aus Management- und Technologieberatung von einem ehemaligen Kommilitonen empfohlen, der dort arbeitet.
Ich hatte mich initiativ als Berater bei BearingPoint beworben und wurde direkt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Aufgrund meiner Java Kenntnisse allerdings für eine Stelle als Softwareentwickler bei der BearingPoint Software Solutions (BESS), einer Tochtergesellschaft von BearingPoint. Die BESS ist marktführender Anbieter von Software und Beratungsleistungen rund um das regulatorische Meldewesen (Bankenregulierung) mit gut 200 Mitarbeitern und auf starkem Wachstumskurs. Obwohl ich ja nicht als Entwickler arbeiten wollte, nahm ich die Einladung zum Interview an und erzählte meinem Gesprächspartner offen von meinem Wunsch, in die Beratung zu gehen. Und tatsächlich wurde ich entsprechend weiterempfohlen.
Im folgenden recht anspruchsvollen Gespräch mit meinem jetzigen Vorgesetzten musste ich einige kleinere Aufgaben lösen und anschließend wurde ich zum Assessment Center (AC) eingeladen. Das ist bei BearingPoint der übliche Schritt für alle Hochschulabsolventen, die in die Beratung möchten. Hier geht es vor allem um die Fähigkeiten, gut zu kommunizieren und zu präsentieren und zusammen im Team Lösungen für Themen zu finden, mit denen man sich im Zweifel noch nie beschäftigt hat. Das AC war angenehm, ohne Stresssituationen und die Aufgaben, die wir in kleinen Gruppen bearbeiten mussten, waren gut lösbar. Am Ende gab es Sekt für alle und wir hatten Zeit zum Austausch mit den BearingPoint Beratern. Auch das persönliche Feedback bekam jeder Teilnehmer noch direkt am Abend, so dass jeder wusste, ob er das AC bestanden hatte oder nicht.

Seit dem 1. Januar 2016 bin ich jetzt bei der BESS als Technology Analyst tätig und arbeite damit stärker an den technischen Aufgabenstellungen der Beratungsprojekte. Die BESS bietet vielfältige Karrierewege für Informatiker. Entweder in der klassischen IT-Beratung in Kundenprojekten oder intern in der Softwareentwicklung. Für alle, die keine oder nur wenig Programmiererfahrung haben, aber gerne in bzw. mit der IT arbeiten möchten, gibt es die Möglichkeit, entweder als fachlicher Berater auf Kundenprojekten oder in der fachlichen Entwicklung anzufangen. In letzterem Fall geht es darum, die (regulatorischen) Anforderungen an die Software, die z. B. von der EZB (Europäischen Zentralbank) vorgegeben werden, zu definieren und für die Softwareentwickler sozusagen zu übersetzen. Bei der BESS sind in diesem Bereich viele Physiker und Mathematiker im Einsatz.

Der Einstieg wird neuen Kollegen leicht gemacht. An den ersten zwei Tagen finden zentral in Frankfurt die New Member Days statt, an denen alle neuen Kollegen aus Deutschland zusammenkommen, um einander und natürlich die wichtigsten Fakten zu BearingPoint kennenzulernen. Außerdem gibt es für alle neuen BESS Mitarbeiter eine intensive einwöchige Schulung, um einen Gesamtüberblick über das Thema Meldewesen und natürlich die Software zu bekommen. Danach ist erstmal „learning by doing“ angesagt und jeder arbeitet sich individuell in die Fachthemen ein, die für ihn und sein Projekt / seine Aufgabe relevant sind. Darüber hinaus wird jeder BESS Berater an der Frankfurt School of Finance and Management zum zertifizierten Meldewesen-Spezialisten ausgebildet.

Aktuell unterstütze ich in drei Projekten und habe unterschiedliche Aufgaben, die ich zum Teil beim Kunden, zum Teil im Büro in Frankfurt erledige. Dazu gehören im Moment vor allem die Schnittstellenimplementierung zu Kundensystemen, aber auch administrative Aufgaben wie Protokollschreiben bei den Projektmeetings oder das Einspielen der Updates auf den Testsystemen. Wie jeder neue Mitarbeiter habe ich einen Tutor, der mir für Fragen aller Art zur Verfügung steht. Und dadurch, dass wir als Kollegen oft zusammen mittags essen gehen oder abends mal was unternehmen, kommt man auch als „Neuer“ gut rein, lernt die Kollegen kennen und weiß immer besser, wen man für was fragen kann.

Nach den ersten Wochen muss ich sagen, dass sich meine Erwartungen voll erfüllt haben. Die Aufgaben sind abwechslungsreich, ich kann meine IT Kenntnisse einbringen, arbeite mich in das Thema Meldewesen ein und habe auch den gewünschten Kundenkontakt. Wer auch mit dem Gedanken an den Berufseinstieg in der Beratung spielt, dem kann ich sagen: Das Studium ist das Fundament, auf das man aufbauen kann, aber sobald man im Job ist, ist die Lernkurve sehr steil. Darum ist eine hohe Lernbereitschaft absolut wichtig. Und natürlich das, weswegen man sich den Beraterjob hoffentlich aussucht: Spaß am Kundenkontakt, Reisebereitschaft und Leidenschaft.

Karriereplaner - Ausgabe: SS 2016