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So entscheidest du dich für den richtigen Job

Selina, eine meiner Coaching-Klientinnen hatte zu dem Zeitpunkt als wir uns kennenlernten, schon einige gute Bewerbungen geschrieben und auch ein paar Bewerbungsgespräche geführt. Nach ihrem BWL-Studium wollte sie am liebsten im Marketing starten. Nach ein paar intensiven Wochen in dem sie viele tolle Unternehmen kennengelernt hatte, lagen ihr schließlich zwei Jobangebote vor. Selina hatte die Qual der Wahl.

Die Marketingagentur, die bekannt ist für ihre umfangreichen Werbekampagnen hätte eine Stelle für Selina frei. Dort lassen aber die Arbeitszeiten und die lange Fahrt zum Arbeitsplatz zu wünschen übrig. Bei dem Automobilzulieferer würde sie gleich bei einem großen Unternehmen durchstarten, allerdings ist der Aufgabenbereich wesentlich genauer abgesteckt, so dass wenig Möglichkeiten für kreative Eigenleistung bleibt.

Beide Stellen haben ihre Vorteile, beide aber auch ihre Nachteile. Wie entscheidet Selina sich also für den richtigen Job?

Ich weiß. Die Wahl des richtigen Jobs kann eine große Herausforderung sein, da es viele Faktoren zu berücksichtigen gibt. Fähigkeiten, Interessen, Werte und Prioritäten und natürlich die Anforderungen und Möglichkeiten des Arbeitgebers. Um die richtige Wahl zu treffen, empfehle ich dir mal ganz genau in dich hineinzuhören.

Hier kommen fünf Tipps, wie dir das am besten gelingt:

1. Finde deine Stärken und Fähigkeiten heraus
Reflektiere dich selbst und überlege, welche Fähigkeiten du hast und wie du sie in dem jeweiligen Beruf einbringen und nutzen kannst. Du bist sehr gut darin, frei zu sprechen und Menschen von Dingen zu überzeugen? Dann bist du doch das geborene Verkaufstalent für den Vertrieb oder das Marketing. Du bist eher genau das Gegenteil und gerne für dich, wenn du arbeitest? Bei meinem Job im Personal gab es eine Kollegin, die für die Lohn- und Gehaltsabrechnung verantwortlich war. Das heißt sie hat sich den ganzen Tag mit Gehältern, Steuern und Sozialabgaben beschäftigt und war dabei mehr für sich. Dabei konnte sie ihre hohe Zahlenaffinität und ihr analytisches Denken nutzen. Vielleicht wäre das etwas für dich?

2. Identifiziere deine Interessen
Wofür genau interessierst du dich? Als Kind wusste man das immer ziemlich genau, oder? Bei mir war das allerdings nicht so. Klar, ich hatte viele Hobbys aber Profi Taekwondo Kämpfer war nicht der Plan. Dass ich später mal einen Podcast starte und daraus das Unternehmen Berufsoptimierer entsteht, habe ich damals natürlich nicht geahnt. Ich gebe zu, dass ich zu Beginn meiner Karriere ziemlich planlos gewesen bin und der erste Job sich durch Zufall ergeben hat. Heute nutze ich mein Wissen aus dem Recruiting gerne, um für Menschen wie dich diese Art von Artikel zu schreiben oder ich arbeite mit Menschen an der Realisierung ihrer Karriereträume. Hätte ich mir damals die Zeit genommen und für mich herausgefunden was mich interessiert, wer weiß was ich heute machen würde.

3. Welche Werte und Prioritäten hast du?
Zeit ist Geld. Aber auch Geld ist Geld. Was ist dir wichtiger? Ein höheres Gehalt, viel Gestaltungsfreiraum, gute Aufstiegschancen oder mehr Zeit für alles andere als den Job? Überlege, welche Prioritäten du hast. Bis vor einigen Jahren war ein hohes Gehalt das oberste Gebot bei der Jobsuche, heute ist es für viele vor allem eine gesunde Work-Life-Balance. Gilt das auch für dich?

4. Teste dich heran
„Probieren geht über Studieren“ sagt mein Vater immer und er hat Recht. Um zu wissen, welcher Job zu dir passt, könntest du ihn ausprobieren. Falls du bereits an dem Punkt stehst, dich wie Selina zwischen zwei konkreten Jobangeboten zu entscheiden, dann überlege doch mal welche Praktika oder Jobs dir in der Vergangenheit am meisten Spaß gemacht haben. Wenn du diese Erkenntnisse nun herausfilterst, dann kannst du bei den beiden Unternehmen nachfragen in wie fern du ähnliche Erfahrungen machen kannst. Sofern es bei dir aber nicht um die Frage geht, welches Angebot du annehmen sollst, sondern wo es für dich hingeht, empfehle ich dir, teste verschiedene Optionen: Das können Praktika, Teilzeitjobs oder Freiwilligenarbeit sein. Dabei kannst du nicht nur tolle Erfahrungen im In- und Ausland sammeln, sondern dir auch ein gutes Netzwerk in den verschiedenen Branchen aufbauen. Übrigens! Das kann hilfreich sein, um in einem Job auch Fuß zu fassen.

5. Hole dir Feedback
Damit komme ich zum fünften und letzten Punkt: wenn du immer noch zweifelst, welche Richtung du beruflich einschlagen möchtest, oder welcher Job am Ende wirklich der Richtige für dich ist, dann sprich mit anderen. Ich empfehle meinen Kund:innen immer hole dir Rat bei den Menschen die da sind wo du hinmöchtest. Sprich mit ihnen über die positiven und negativen Seiten der Jobs bzw. der Unternehmen. Außerdem kannst du dir zusätzlich von guten Freund:innen, von deiner Familie, von früheren Kolleg:innen und Bekannten oder Dozent:innen weitere Infos einholen. Jede:r von ihnen hat ein paar gute Ideen oder auch eine Meinung und kann dir auf ihre/seine Art weiterhelfen.

Zwei Profi Tipps zum Schluss:
1. Erstelle dir einen Fragebogen, so dass du immer die gleichen Fragen stellst und unterschiedliche Antworten sammeln kannst, die idealerweise weniger die Meinung als die Fakten abbilden. 2. Tipp: Erstelle dir ein Profil auf XING oder LinkedIn und recherchiere nach Menschen die den Job der dich interessiert bereits ausführen und nimm Kontakt auf. Dadurch erweiterst du dein Netzwerk und wer weiß, vielleicht springt dabei auch ein Job für dich heraus

Selina hat sich am Ende für die Agentur entschieden. Sie ist ein unheimlich kreativer Mensch und liebt es, immer wieder etwas Neues zu entwickeln. Nach Rücksprache mit dem Zulieferer fand sie heraus, dass die eigentliche kreative Arbeit von Partneragenturen gemacht wird und die Mitarbeiter:innen der Marketingabteilung mehr in einer koordinierenden Funktion tätig sind. Sie ist bereit den längeren Weg und die längeren Arbeitszeiten in Kauf zu nehmen, dafür kann sie sich in ihrem Job frei entfalten.

Auch wenn sie sich nach geraumer Zeit nicht mehr wohlfühlen sollte, oder ihr die Anfahrt doch zu lang ist, nichts ist in Stein gemeißelt und der Arbeitsmarkt macht es heutzutage möglich, dass ein Wechsel zu einem anderen Unternehmen relativ unkompliziert funktioniert.

Wie hast du dich am Ende des Artikels nun entschieden? Wo auch immer es für dich hingeht, ich wünsche dir in deinem ersten Job viel Erfolg, Spaß und spannende Erfahrungen und wenn du mal nicht weiter weißt, dann nimm gerne Kontakt zu uns auf.

Alles Gute für dich, dein Bastian

Über den Autor:
Bastian Hughes ist Experte für Karriere und Bewerbung. Er war über 10 Jahre als Recruiter in mittelständischen Unternehmen und Konzernen tätig. Seit 2017 arbeitet er als Bewerbungs- und Karriere-Coach, Trainer und hat den Weiterbildungsanbieter „Berufsoptimierer“ gegründet. „Berufsoptimierer“ begleitet und unterstützt Menschen in allen Bereichen ihrer Karriere mittels Coaching, Live-Webinaren und dem wöchentlich erscheinenden gleichnamigen Podcast. Seine Vision ist: „Einen Ort zu schaffen, an dem Menschen sich beruflich und persönlich weiterentwickeln können, um mit dem erfolgreich zu sein, was Ihnen am meisten Spaß macht.“

Weitere Informationen rund um Bewerbung und Karriere findest du unter:
www.berufsoptimierer.de
Instagram @berufsoptimierer
Linkedin.

Karriereplaner - Ausgabe: SoSe 2023