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Internationale Studierende engagieren sich studienbegleitend bei STUBE Hessen für eine gerechte und nachhaltige Welt und tragen ihr Wissen als Multiplikator/-innen zurück in die deutsche Hochschullandschaft.

Ehrenamtliches Engagement: Baustein für die Karriere internationaler Studierender in Deutschland

Seit der Volksabstimmung am 28. Oktober 2018 gehört Artikel 26f zur hessischen Verfassung und betont die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements für die Gesellschaft. Derzeit sind internationale Studierende jedoch in hochschulpolitischen Ämtern unterrepräsentiert und engagieren sich auch außerhalb der Universität weniger häufig als ihre deutschen Kommiliton/-innen – mit Konsequenzen für den späteren Berufseinstieg..

Nach dem Studium in Deutschland erhalten internationale Studierende aus Drittstaaten zunächst eine 18-monatige Aufenthaltserlaubnis, um einen der Qualifikation entsprechenden Arbeitsplatz zu finden. Was vielen als langer Zeitraum erscheinen mag, kann schnell vergehen, wenn der Berufseinstieg erst nach Studienabschluss vorbereitet wird. Mit dem Zeugnis in der Tasche, begeben sich viele Absolvent/-innen hoch motiviert auf die Jobsuche. Oftmals folgt die Ernüchterung auf dem Fuße. Einerseits hängt der erfolgreiche Berufseinstieg von guten Abschlussnoten und der Nachfrage des Arbeitsmarktes, die sich zwischen den Fächern deutlich unterscheidet, ab. Andererseits mangelt es insbesondere bei internationalen Studierenden an Kenntnissen über den deutschen Arbeitsmarkt. „Dabei unterschätzen internationale Studierende häufig die Bedeutung von freiwilligem Engagement, obwohl es wichtige Signale an potentielle Arbeitgeber senden kann, vor allem, wenn Fähigkeiten wie Kommunikationsstärke, Teamarbeit oder Verantwortungsbewusstsein gefragt sind“, berichtet Eileen Paßlack, Referentin des Studienbegleitprogramms „STUBE Hessen“ für Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika in Hessen. Unter freiwilligem Engagement kann die aktive Beteiligung an organisierten Aktivitäten verstanden werden, die im öffentlichen Raum stattfinden, z.B. in einem Verein oder in einer Interessenvertretung. „Ferner ist die aktive Ausübung eines Ehrenamtes ein entscheidender Faktor für die Aussicht auf ein Stipendium. Ein Stipendium wiederum unterstützt die Studierenden dabei sich auf das Studium konzentrieren zu können und unabhängig von nichtfachbezogenen Nebenjobs zu sein“, ergänzt die STUBE-Referentin.

In Zusammenarbeit mit den International Offices und den Career Services der hessischen Hochschulen organisiert STUBE regelmäßig Veranstaltungen zu Praktikumssuche und Berufseinstieg in Deutschland und im Herkunftsland. Die nächsten Termine sind der 13. Mai 2020 an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) in Gießen und der 15. Mai 2020 an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden. Neben Expert/-innen der Arbeitsagentur und der Ausländerbehörde tauschen sich die Studierenden mit internationalen Absolvent/-innen aus. Aicha Bah-Diallo, ehemalige STUBE Hessen-Teilnehmerin und Alumna der Goethe-Universität Frankfurt, berichtet bei STUBE von ihrer Laufbahn hin zur Projektleiterin bei jumpp – Frauenbetriebe e.V. in Frankfurt. Sie fasst ihren Werdegang aus einem „Zusammenspiel aus Zufällen, Netzwerken, guter Vorbereitung und ständiger Weiterbildung“ zusammen. Eine Möglichkeit sich weiterzubilden und zugleich zu engagieren, bietet das vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) geförderte Programm des World University Service (WUS) STUBE Hessen in Form von entwicklungspolitischen und interdisziplinären Seminaren und Akademien zu den Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen. Die Teilnehmenden übernehmen gesellschaftliche Multiplikator/-innen-funktionen, indem sie die Themen in selbstorganisierten Veranstaltungen zurück in den Hochschulalltag tragen. So organisierte eine Studentin aus dem Jemen einen jemenitischen Abend auf dem Campus Westend und präsentierte den zahlreichen Gästen verschiedener Kulturen ein Bild ihres Landes abseits der negativen medialen Berichterstattung.

Eine weitere Möglichkeit sich im Studium weiterzubilden und zu engagieren bietet das Projekt „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“, das wie STUBE Hessen ein Projekt des WUS ist.

Bei Grenzenlos bringen internationale Studierende sich und ihren breiten Erfahrungshintergrund in Berufsschulen in Deutschland ein. Sie kennen die kulturelle, soziale, politische und ökonomische Situation in ihren jeweiligen Herkunftsländern. Gleichzeitig machen sie ihre Erfahrungen mit dem Leben in Deutschland, in einer anderen Kultur. Durch ihr Studium in Deutschland verfügen sie zusätzlich über Fachkenntnisse sowie über die notwendige Sprachkompetenz für ihren fachbezogenen Einsatz an berufsbildenden Schulen.

„STUBE und Grenzenlos tragen dazu bei, dass internationale Studierende in Deutschland von Schüler/-innen, Kommiliton/-innen, Lehrkräften und Dozent/-innen, als kompetente Expert/-innen wahrgenommen werden. Somit werden Vorurteile gegenüber anderen Kulturen abgebaut“, betont Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des WUS und appelliert an die Studierenden: „Ehrenamtliches Engagement im Studium zählt beim Einstieg in den Arbeitsmarkt und stärkt den sozialen Zusammenhalt in jeder Gesellschaft, ob hier oder im Heimatland!“.

STUBE Hessen:

STUBE Hessen ist ein studienbegleitendes entwicklungspolitisches Programm für Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika, die in Hessen studieren. STUBE Hessen ist ein Projekt des World University Service (WUS) in Kooperation mit den Evangelischen und Katholischen Studierendengemeinden. Das Programm wird finanziert mit Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und aus Mitteln von Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst.

Kontakt Studienbegleitprogramm (STUBE) Hessen:

Frau Eileen Paßlack (Referentin)
stube-ref@wusgermany.de
0611-944 6171

www.stube-hessen.de
www.hessische-hochschulen-nordsued.de

Karriereplaner - Ausgabe: SoSe 2020