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Interview mit Helge Thorn,

M.A. Sportwissenschaftler

Die Fragen stellte Jessica Kuch, Redakteurin/Öffentlichkeitsarbeit
CAMPUSERVICE der Goethe-Universität

Rund 520 Sportwissenschaftler waren im WS 2012 / 13 an der Goethe-Universität immatrikuliert. Doch was fängt man berufl ich mit diesem Abschluss an? Der Alumnus und heutige Trainings- und Sporttherapeut, Helge Thorn, gibt einen Einblick in einen möglichen beruflichen Werdegang eines Sportwissenschaftlers.

Helge Thorn: Bevor wir mit dem Interview anfangen ist die häufigste Frage, die mir als Studierender gestellt wurde: „Ach, du studierst Sportwissenschaften, und was macht man dann?“ Weil du ja nach dem Abschluss keinen spezifischen Beruf hast, wie ein Mediziner oder Jurist, also du bist Sportwissenschaftler, M.A. und weiter? Mein Tipp vornweg: Sportwissenschaftler sollten rechtzeitig merken, welchen beruflichen Weg sie einschlagen wollen. Denn es ist wichtig, bereits während des Studiums praktische Erfahrungen zu sammeln.

Was hast du studiert?
Ich habe im Hauptfach Sportwissenschaften und im Nebenfach Sportmedizin, sowie anfangs BWL, später Soziologie studiert und absolviert.

Was genau arbeitest du? Was genau macht man als Sportwissenschaftler?
Bereits während des Studiums habe ich viel gejobbt. Anfangs war ich Trainer für Badminton und habe im Kraftsportverein Langen die Trainingsfl äche betreut. Nach der Zwischenprüfung 2007 habe ich angefangen im Bereich der Rehabilitation zu jobben. Ich habe mich weitergebildet, Trainerscheine absolviert, sowie Fortbildungen besucht und mich auf die Rehabilitation spezialisiert. Das Praktikum im Rehazentrum verhalf mir zu einem geringfügigen Nebenverdienst. Später konnte ich dort auf Rechnung arbeiten und habe heute, nach meinem erfolgreichen Abschluss, eine halbe Stelle bei TTZ Merkel, als Sportwissenschaftlicher Leiter. Dreimal die Woche arbeite ich für das TTZ Merkel, die restliche Zeit arbeite ich freiberuflich. So habe ich vergangenes Jahr die Headcoach Leitung für das Original Bootcamp in Frankfurt übernommen, biete Schulungen und Kurse zur Prävention und Personal-Trainings an. Mein Ziel für 2013 / 14 ist es, meine Selbstständigkeit auszubauen, um auf zwei Beinen, also selbstständig und angestellt, stehen zu können.

Wie viele Stunden die Woche arbeitest du?
Das kann ich so nicht beantworten. Meine Arbeitsstunden variieren. In der Reha einrichtung habe ich meine festen 25 Stunden die Woche. Je nach dem was in meinem freiberuflichen Sektor anfällt, kann es auch mal sein, dass ich am Wochenende arbeiten muss. Gerade im Bereich Personal-Training kommt es immer mal vor, dass meine Kunden nur am Wochenende Zeit haben. Unter der Woche biete ich meine Präventionskurse an und kümmere mich um die Organisation rund um das Bootcamp Frankfurt. Die von der Personalplanung über Promotion, bis hin zur Ausführung der Kurse geht. Auch muss ich neben den Trainings die Buchhaltung für meinen freiberuflichen Teil machen, der manchmal zehn Stunden die Woche umfasst. Mit einer normalen Festanstellung ist das nicht zu vergleichen, und eine pauschale Arbeitszeit für die Woche zu nennen, ist schwer.

Seit wann stehst du im Berufsleben?
Ich habe mit 16 Jahren im Kraftsportverein Langen angefangen zu arbeiten. 1998 habe ich dafür meine erste Fitnesslizenz, also C-Lizenz, beim Deutschen Sportverband gemacht. Nach anfänglichen Thekendiensten konnte ich im Anschluss selbst die Mitglieder im Verein trainieren. Parallel habe ich Badminton gespielt. Durch meine herausragenden Leistungen wurde ich gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, das Jugendtraining zu übernehmen, und das habe ich dann auch gemacht. Eigentlich habe ich mein komplettes Studium lang in diesen beiden Jobs gearbeitet. Später, nach Zwischenprüfung und Praktikum, auch im Bereich Rehabilitation. Es ist schön zu sehen, wenn man Menschen von ihren Leiden befreien kann. Das war ausschlaggebend für meine Spezialisierung zum Trainingsund Sporttherapeuten.

In welchem Zeitraum hast du deine Trainingsscheine absolviert?
Trainingsscheine absolviert man sein Leben lang. Ähnlich, wie bei Medizinern ist es mehr als ratsam sich regelmäßig weiterund fortzubilden.

Wolltest du als Kind schon Trainings-/Sporttherapeut werden?
Im Laufe meines Berufslebens entdeckte ich, dass Krafttrainings allein nicht hilfreich sind, körperliche Leiden dadurch nicht behoben werden, und dem Menschen am besten durch gezielte Übungen geholfen werden kann. Daher entschied ich mich für den Beruf, doch eigentlich, wenn ich mich recht entsinne, wollte ich als Kind immer Müllmann werden, aber das ist eine andere Geschichte.

Dein Tipp für die Studierenden wie sie ihren Berufseinstieg am besten meistern.
Da das Studium der Sportwissenschaften sehr speziell ist, kann ich nur für diese Gruppe sprechen. Man sollte bereits während, noch besser, schon vor dem Studium viel ausprobieren. In Betriebe reinschnuppern, sich auf Praktikastellen bewerben und auch viele machen. Versuchen frühzeitig in dem gewünschten Bereich zu jobben, um so ein Standbein zu bekommen. Das Studium der Sportwissenschaften ist sehr vielseitig, daher früh anfangen, damit man später den Überblick behält.

STECKBRIEF

Name
Helge Thorn

Studium
Sportwissenschaften

Studiumabschluss
M.A.

Beruf
Trainings- und Sporttherapeut

Karriereplaner - Ausgabe: SS 2013