Die Debatte um die Generation Z (geboren zwischen 1995 und 2012) wird oft hitzig geführt. Begriffe wie „arbeitsunwillig“ oder „illoyal“ dominieren die Schlagzeilen. Doch wie sieht die Realität jener jungen Talente aus, die gerade erst in den Arbeitsmarkt eintreten? Der Career Service der Goethe-Universität und uni.careers haben in der empirischen Studie „FUTURE. WORK. VISION. 2025“ genau hier angesetzt.
Warum diese Studie? Die Relevanz der GenZ
Bis zum Jahr 2030 wird die Generation Z rund ein Drittel der weltweiten Arbeitskräfte stellen. In Deutschland verschärft sich durch das Ausscheiden der Babyboomer der Fachkräftemangel massiv. Die GenZ ist somit kein Randphänomen mehr, sondern bildet den Kern des zukünftigen Arbeitskräftepotenzials.
Unsere Untersuchung von 423 Studierenden im Jahr 2025 zeigt deutlich: Diese Generation lehnt Arbeit nicht ab, sie strukturiert sie neu. Sie fordert keine Sonderbehandlung, sondern neue Mindeststandards wie Flexibilität, Sicherheit und faire Bezahlung.
Die wichtigsten Erkenntnisse: Realismus statt Träumerei
Die Studienergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild, das tradierte Vorurteile widerlegt:
Leistungsbereitschaft ist vorhanden: 59 % der Befragten waren bereits während des Studiums erwerbstätig, viele davon bis zu 20 Stunden pro Woche. Die GenZ ist hoch qualifiziert und investiert gezielt in ihre Bildung – über 70 % streben einen Master oder eine Promotion an.
Sicherheit ist der neue Treiber: In einer volatilen Welt mit steigenden Lebenshaltungskosten rücken materielle Werte wieder in den Fokus. Gehalt und Arbeitsplatzsicherheit rangieren direkt hinter der Work-Life-Balance.
Flexibilität als Grundprinzip: Homeoffice ist kein „Bonus“ mehr, sondern eine Erwartung. 74 % der Befragten halten Homeoffice für wichtig, wobei 80 % fordern, ihre Remote-Tage individuell und flexibel festlegen zu können.
Identität jenseits des Jobs: Für 86,5 % der Befragten wird die Identität primär durch Familie und Freunde geprägt, für 72 % durch Hobbys. Nur für rund die Hälfte spielt die Arbeit eine tragende Rolle für das Selbstbild.
Was bedeutet das für Unternehmen?
Drei Handlungsfelder
Die Studie liefert konkrete Ableitungen für Arbeitgeber, um im Wettbewerb um Talente zu bestehen:
Transparenz und Struktur: Kommunizieren Sie klare Gehaltsstrukturen und Aufstiegschancen. Die GenZ sucht Wachstum und Herausforderung (64 %), braucht aber eine verlässliche ökonomische Basis.
Radikale Flexibilität statt starrer Regeln: Wer auf eine vollständige Rückkehr ins Büro hofft, wird Talente verlieren. Gefragt sind hybride Modelle, die Autonomie ermöglichen.
Digitale Exzellenz und Werte: 75 % der Befragten priorisieren Digitalisierung und Effizienz im Alltag. Analoge Prozesse wirken abschreckend. Gleichzeitig sind Diversität und Inklusion für 71 % von hoher Relevanz – jedoch nicht als Marketing-Slogan, sondern als gelebte Praxis.
Recruiting: Wo Sie die Talente erreichen
Interessanterweise bleibt die Jobsuche klassisch. Während Social Media für das Employer Branding wichtig ist, erfolgt die tatsächliche Bewerbung (Conversion) zu 61 % über Online-Stellenbörsen und zu 16 % über die eigene Unternehmenswebseite. Eine technisch einwandfreie und informative Karriereseite ist daher essenziell.
Fazit: Die Zukunftsfähigkeit der Organisation sichern
Die Generation Z fungiert als Indikator für tiefgreifende Veränderungen. Unternehmen, die ihre Bedürfnisse nach Sicherheit und Flexibilität ernst nehmen, investieren nicht nur in junge Fachkräfte, sondern in die Resilienz ihrer gesamten Organisation.
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Die Ergebnisse der „FUTURE. WORK. VISION. 2025“ stellen wir Unternehmen und Interessierten gerne zur Verfügung.
Kontaktieren Sie uns direkt: Besuchen Sie uns auf uni.careers oder wenden Sie sich an den Career Service der Goethe-Universität.
Ansprechpartner: Thomas Rinker
(tr@uni-frankfurt.campuservice.de)
Karriereplaner - Ausgabe: 2026/2027