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Interview mit Dr. Verena Hauser,

Rechtsanwältin bei Gleiss Lutz im Bereich Gesellschaftsrecht/M&A

Lohnt es sich, einen LL.M. zu machen?
Die Antwort ist eindeutig: Ja! Richtig angepackt, ist der LL.M. eine großartige persönliche und fachliche Bereicherung. Während meines LL.M.-Studiums an der New York University hatte ich die Chance, gemeinsam mit Studenten aus der ganzen Welt in die amerikanische Rechtsordnung und -kultur einzutauchen. Noch heute habe ich Freundschaften, die mich mit Kommilitonen auf der ganzen Welt verbinden.

Warum haben Sie sich damals für einen LL.M im Ausland entschieden?
Nach einem Jahr als Anwältin im Bereich M&A hatte ich mich dafür entschieden, im Rahmen eines LL.M.-Programms noch einmal an die Uni zurückzukehren. Da ich nach dem LL.M. wieder im Bereich M&A arbeiten wollte, fiel meine Wahl auf die New York University, die ein LL.M.-Programm zu Corporate Law anbietet.
Ich konnte aus einer Vielzahl von Kursen aus dem Bereich Gesellschaftsrecht wählen und belegte Kurse wie Kapitalmarktrecht, M&A oder Bilanzierung.

Gibt es so etwas wie einen richtigen Zeitpunkt, um einen LL.M. zu machen?
Wenn ich mich noch einmal entscheiden müsste, würde ich den LL.M. wieder erst nach dem Zweiten Staatsexamen machen. Mit zwei bestandenen Examen konnte ich die neun Monate an der Law School im Herzen von New York genießen. Auch wenn man an amerikanischen Universitäten eine große Stoff-Fülle bewältigen muss, ist der Aufwand nicht mit der Vorbereitung auf das deutsche Staatsexamen zu vergleichen. Neben den Kursen blieb ausreichend Zeit, um die Stadt zu erkunden. Letztendlich muss aber jeder für sich selbst entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt ist. Ein Richtig und ein Falsch gibt es dabei nicht.

Haben Sie im Anschluss an den LL.M. direkt davon profitiert, ihn gemacht zu haben?
Danach stehen einem viele Türen offen. Im Grosraum New York befinden sich mit Columbia, Princeton und NYU drei führende amerikanische Law Schools. Die großen Wirtschaftskanzleien aus Deutschland nutzen die Chance, bei Recruiting-Veranstaltungen deutsche LL.M.-Studenten kennenzulernen. Auf diese Weise habe ich selbst meinen jetzigen Tutor bei Gleiss Lutz kennengelernt. Durch den LL.M. konnte ich mich persönlich und fachlich weiterentwickeln. Gerade die Mitarbeit auf internationalen Projekten fällt mir jetzt leichter, weil ich einen besseren fachlichen und kulturellen Zugang zur angloamerikanischen Rechtskultur gewonnen habe. Vielleicht werde ich in ein paar Jahren die Möglichkeit nutzen, im Rahmen eines Secondments zu einer unserer befreundeten Kanzleien in die USA zu gehen, um dort für eine Weile als Anwältin zu arbeiten.

Wie steht Gleiss Lutz allegemein zum LL.M.?
Ein im Ausland erworbener LL.M. wird generell sehr begrüßt, weil er nicht nur die Sprachkenntnisse dokumentiert, sondern vor allem dabei hilft, sich in fremden Rechtsordnungen zurechtzufinden. Diese Fähigkeit wird insbesondere bei internationalen Transaktionen immer wichtiger. Wenn ein LL.M. oder ein vergleichbarer Titel im englischsprachigen Ausland erworben wurde, wird diese Leistung auch bei der Vergütung honoriert. Fähigkeit wird insbesondere bei internationalen Transaktionen immer wichtiger. Wenn ein LL.M. oder ein vergleichbarer Titel im englischsprachigen Ausland erworben wurde, wird diese Leistung auch bei der Vergütung honoriert.

Wie unterstützt Gleiss Lutz ein LL.M.-Vorhaben?
Gleiss Lutz vergibt jährlich das Alfred-Gleiss-Stipendium in Kooperation mit dem DAAD, das ein Master-Studium in den USA oder in Großbritannien finanziert.

Das Interview ist in ähnlicher Form bereits im LL.M. 2012. Das Expertenbuch zum Master of Laws. von efellows erschienen.

Karriereplaner - Ausgabe: SS 2012