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Networking als Karrieremotor

Interview mit Baker & McKenzie-Partnerin
Katharina Spenner, LL.M.


Steckbrief

Katharina Spenner, LL.M.

Partnerin bei Baker & McKenzie in München

Einstieg bei Baker & McKenzie Frankfurt im Jahr 2000

8-monatiges Associate Training Programme in Amsterdam im Jahr 2003

2004 Wechsel ins Münchener Büro

Seit 2006 Partnerin, seit 2008 in Teilzeit tätig (70 Prozent)

Frau Spenner, wie haben sich die Karrierechancen für Frauen in den letzten Jahren entwickelt?
Die Karrierechancen für Frauen haben sich deutlich verbessert. Zum einen treten Frauen heutzutage selbstbewusster auf als die Generation zuvor. Zum anderen herrscht inzwischen in den Köpfen vieler Entscheider das Bewusstsein, dass weibliche Mitarbeiter einem Team gut tun. Frauen gehen oft mit viel Fingerspitzengefühl an Aufgaben heran – eine Eigenschaft, die beispielsweise in schwierigen Verhandlungssituationen zum Erfolg verhelfen kann. Nicht zuletzt haben sich die beruflichen Chancen für Frauen auch wegen flexibler Arbeitsmodelle wie Homeoffice, Teilzeit und ausgebauten Kinderbetreuungsangeboten verbessert.

Welche Besonderheiten gelten für Frauen im Berufsleben?
Auch wenn es – wie gerade angesprochen – heute bessere Möglichkeiten der Kinderbetreuung gibt, ist es meist an den Frauen, Beruf und Familie miteinander zu vereinen. Wer als Frau Karriere machen möchte, muss nicht nur fit in seinem Job sein, sondern auch ein ausgesprochen gutes Zeitmanagement und Organisationstalent besitzen. Eine weitere Besonderheit, die ich oft beobachtet habe: Frauen trauen sich im Berufsalltag noch immer viel weniger zu als ihre männlichen Kollegen. Während diese häufig von sich überzeugt sind und selbstbewusst an Herausforderungen herangehen, zögern Frauen in solchen Situationen oder halten sich komplett zurück. Hier muss ein Umdenken stattfinden – hin zu „Das schaffe ich auch“. Mit unserem „Women’s Law Forum“ möchten wir angehenden Juristinnen unter anderem zeigen, wie sie solche Hürden in der Praxis meistern können.

Wie sieht das Konzept des „Women’s Law Forum“ aus?
Unser Ziel ist es, mit dieser Veranstaltungsreihe Nachwuchsjuristinnen einen Impuls für ihre Karriere zu geben, ihnen eine Austauschplattform zu bieten und sie ihrem Traumberuf ein Stück näher zu bringen. Im Herbst 2010 hat Baker & McKenzie dieses Forum gemeinsam mit der Juristischen Universität Münster ins Leben gerufen. Seitdem haben bereits zahlreiche weibliche juristische Nachwuchskräfte die Gelegenheit genutzt, sich mit Juristinnen unterschiedlicher
Werdegänge und verschiedener Bereiche – wie zum Beispiel Kanzleien, Wissenschaft und Wirtschaft – auszutauschen. Die nächsten Veranstaltungen finden im November 2011 statt (s. Kasten). Dass unsere Kanzlei speziell diese Zielgruppe anspricht, hat übrigens seinen Grund: Seit der Gründung 1949 widmen wir uns der Gleichstellung der Geschlechter, hierzulande sind ca. 40 Prozent der Anwälte weiblich.

Sie selbst sind seit mehr als zehn Jahren bei Baker & McKenzie aktiv. Was hat Sie damals gereizt, in die Kanzlei einzusteigen?
Es war und ist bis heute das internationale Parkett, auf dem man sich bei Baker bewegt und mit dem ich schon früh in Berührung kam: Bereits meine Wahlstation führte mich über den Atlantik zum Baker-Büro in San Francisco. In der kalifornischen Metropole absolvierte ich anschließend auch meinen LL.M.. Die Atmosphäre in der Kanzlei, gekoppelt mit den spannenden Fällen, überzeugte mich. 2000 startete ich im Frankfurter Büro in der Vertriebs- und Kartellrechtsgruppe, 2003 zog es mich im Rahmen meines achtmonatigen Associate Training Programme (ATP) abermals ins Ausland – in unser Büro in Amsterdam. 2004 wechselte ich schließlich an unseren Münchener Standort, wo ich weiterhin nationale und internationale Fälle bearbeite. 2006 wurde ich schließlich zur Partnerin gewählt, ein Jahr später kam mein Sohn zur Welt.

Wie hat Sie Baker & McKenzie darin unterstützt, Karriere und Familie miteinander zu vereinen?
Ich bin rasch nach der Geburt meines – heute knapp vierjährigen – Sohnes wieder an den Schreibtisch zurückgekehrt: Nach sechsmonatiger Pause habe ich mich für das Teilzeitmodell entschieden, das mir die Kanzlei angeboten hat und arbeite seitdem zu 70 Prozent in meinem Beruf – vom Münchener Büro und vom Homeoffice aus. Da ich nicht an feste Arbeitszeiten gebunden bin, ist es mir möglich, auch einmal tagsüber zum Beispiel einen Termin im Kindergarten oder beim Kinderarzt wahrzunehmen. Diese Flexibilität erleichtert meinen Alltag enorm – zumal mein Mann unter der Woche in einer anderen deutschen Stadt arbeitet und ich gefragt bin, Beruf und Kind alleine unter einen Hut zu bringen. Welche drei Tipps können Sie angehenden Juristinnen von Frau zu Frau geben? Seien Sie engagiert. Zeigen Sie, was Sie können und stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel. Und gehen Sie den Weg, den Sie selbst für richtig halten, ohne sich von potenziellen Hürden einschüchtern zu lassen – die mitunter gar keine sind.

Wenn Sie noch einmal am Beginn Ihrer Karriere stehen würden: Gäbe es etwas, was Sie anders machen würden?
(überlegt kurz) Nein! Es gibt nichts, was ich bereue. Ich würde alles wieder genauso machen – angefangen bei meiner Studienzeit, die ich sehr genossen habe, über die Praktika, Nebentätigkeiten in Rechtsabteilungen und der Wahlstation bei Baker in Kalifornien, bis hin zu meiner jetzigen Arbeit. Ich gehöre tatsächlich zu den Menschen, die ihre Arbeit mit Leidenschaft betreiben (schmunzelt).

Letzte Frage: „Tue Gutes und rede darüber“ – wie wichtig ist dieses Motto speziell für Frauen?
Sehr wichtig. Frauen sind gut beraten, sich bereits früh ein Netzwerk aufzubauen – sowohl im Job als auch außerhalb des Berufs, zum Beispiel als Mitglied eines Verbandes. Denn Networking kann zu einem wichtigen Karrieremotor werden. In anderen Ländern sind Frauen darin viel aktiver als hierzulande. Diese Frauen können uns als Vorbilder dienen.

Frau Spenner, vielen Dank für dieses Gespräch.


Erfolgsgeheimnisse erfolgreicher Juristinnen
“Women’s Law Forum“-Veranstaltungen am 2. und 3. November 2011


Im November 2011 lädt Baker & McKenzie gemeinsam mit den Universitäten Passau und Münster zu folgenden Veranstaltungen ein:
Am 2. November werden an der Universität Passau Baker & McKenzie-Partnerin Katharina Spenner, LL.M., und Dr. Sabine C. Klett, LL.M., Partnerin bei Noerr, ihre persönlichen Erfolgsrezepte präsentieren und Einblicke in ihren Berufsalltag geben. Im Anschluss haben die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sich mit den Referentinnen auszutauschen. Darüber hinaus wird die erfahrene Managerin und Buchautorin Dr. Barbara Schneider einen Impulsvortrag zum Thema „Fleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf“ halten und zeigen, welch entscheidende Rolle Selbstmarketing für die eigene Karriere spielt. Die Veranstaltung findet im IT-Zentrum des International House der Universität Passau statt. Einlass ist um 16.30 Uhr, das Programm beginnt um 17 Uhr.
Rund ums Berufsbild Justiz geht es in der Veranstaltung am 3. November in der Universität Münster. Vor welchen Herausforderungen stehen Juristinnen, die die Justizlaufbahn einschlagen? Diese Frage diskutieren Marion Harsdorf-Gebhardt, Richterin am Bundesgerichtshof, und die Präsidentin des Landgerichts Essen, Dr. Monika Anders. Durch das Programm führen Prof. Dr. Petra Pohlmann, Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Wirtschafts- und Zivilverfahrensrecht und Baker & McKenzie-Partnerin Dr. Barbara Deilmann. Auch diese Veranstaltung bietet den weiblichen Nachwuchskräften Gelegenheit, sich mit erfolgreichen Juristinnen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Die Veranstaltung findet im Kettelerschen Hof in Münster statt. Einlass ist um 17.30 Uhr, das Programm startet um 18 Uhr.

Anmeldung und Kontakt
Claudia Trillig

Director Strategic Development
Baker & McKenzie
claudia.trillig@bakermckenzie.com

Karriereplaner - Ausgabe: WS 2011/2012