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Direkteinstieg im Personalwesen –

ein Erfahrungsbericht von Manuela Becker,
Referentin Aus- und Weiterbildung im Bankhaus Metzler

„Erfahrungen sind Maßarbeit. Sie passen nur dem, der sie macht.“
Carlo Levi

Der Direkteinstieg in das Berufsleben eignet sich vor allem für Absolventen, die sich schon während des Studiums auf einen Bereich spezialisiert haben und durch Praktika oder Aushilfstätigkeiten erste Praxiserfahrung gesammelt haben.

Schon während meiner Ausbildung zur Bankkauffrau kristallisierte sich heraus, dass ich später im Personalwesen arbeiten wollte. Darauf wollte ich anschließend mein Studium ausrichten. Nach Abschluss war der Direkteinstieg in den Job für mich daher die die beste Option. In der Ausbildung machten mir gemeinsame Projektarbeiten sowie die Organisation und Planung von Arbeitsabläufen viel Spaß, so arbeitete ich beispielsweise an Projekten zur Ausbildungsorganisation mit. Zudem beschäftige ich mich sehr gerne mit unterschiedlichen Charakteren und unterstütze die Menschen in meinem Umfeld dabei, ihre Ziele zu erreichen und Probleme zu lösen. Dabei wollte ich nie die betriebswirtschaftlichen Aspekte vernachlässigen. Und so entschied ich mich dafür, eine Karriere im Personalwesen anzuvisieren. Ein Grundstein für diese Karriere war nach der Ausbildung das Studium. Ich studierte Wirtschaftspädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt – dieser Studiengang war für mich besonders attraktiv, da ich mich einers eits in die Fachrichtung Personalwesen orientieren konnte und andererseits meine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse weiter vertiefte.

Doch welcher Bereich im Personalwesen ist der Richtige für mich? Ich konnte mir eine Tätigkeit in der Personalbetreuung gut vorstellen, aber auch die Personalentwicklung, mit den Themen Aus- und Weiterbildung, erschien mir sehr interessant. Ich entschied mich, Praxiserfahrung zu sammeln, um diese Entscheidung zu treffen.

Im dritten Semester absolvierte ich mein erstes Praktikum im Personalwesen einer Großbank. Ich bekam erste Einblicke in die unterschiedlichen Facetten des Personalwesens und durfte beispielsweise im Recruiting, in der Personalbetreuung und in der Aus- und Weiterbildung mitarbeiten. Die erste Praxiserfahrung bestätigte das, was ich schon seit der Ausbildung wusste: Personalwesen ist der richtige Platz für mich. Es war sehr interessant, den gesamten Bewerbungsprozess zu begleiten und mit organisieren zu dürfen, von der Bewerbersichtung über Vorstellungsgespräche bis hin zur Einstellung. Die Mitarbeit in der Aus- und Weiterbildung war allerdings mein persönliches Highlight des Praktikums. Zu sehen, wie sich junge Menschen weiterentwickeln, egal ob Praktikanten oder Auszubildende, war für mich besonders spannend. Wahrscheinlich auch, weil ich mich selbst sehr viel mit meinem eigenen Werdegang auseinandergesetzt habe und mich gut in die Menschen hineinversetzen konnte. Während meines Studiums arbeitete ich zudem als Werkstudentin bei einem Seminaranbieter. Hier konnte ich das praktisch umsetzen und direkt nachvollziehen, was ich in den Pädagogikvorlesungen zu Aus- und Weiterbildung, Lernpsychologie und Lernmethodik gelernt hatte. Da es sich um ein sehr kleines Unternehmen handelte, bekam ich Einblick in den ganzen Geschäftsablauf und übernahm schnell Verantwortung für kleinere Geschäftsabläufe.

In meinen Schwerpunktvorlesungen lernte ich zudem einiges zur Mitarbeiterführung, Organisationsstrategie, Personalentwicklung und Management. Damit hatte ich alle meine beruflichen Interessen im Studium abgedeckt. Im letzten Semester habe ich ein sechsmonatiges Praktikum in der Personalbeschaffung und -entwicklung eines Großkonzerns absolviert. Eine neue Erfahrung für mich, da ich bisher nur in einem mittelgroßen und einem kleinen Unternehmen gearbeitet hatte. Jeder Mitarbeiter hatte seine feste Aufgabe, die Prozesse liefen in den allermeisten Fällen identisch und ohne Schwierigkeiten ab. Schon bald lernte ich, was Arbeit in großen Unternehmen bedeuten kann: Es war so gut wie nicht möglich, von den strikt vorgegebenen Prozessen abzuweichen, außerdem verstand ich nicht immer die Hintergründe und Auswirkungen der eigenen Arbeit. Natürlich hatte ich schon häufig gehört, dass man bei der Arbeit in einem Großkonzern mitunter keine großen Handlungsspielräume hat – doch richtig verstanden habe ich das erst, als ich es selbst erlebte, wenn Sonderfälle nicht durchführbar waren oder man feste Prozessabläufe nicht verlassen konnte. Diese Erfahrung war aber nicht die einzige, die ich in diesem Praktikum gemacht habe: Mir gefielen die konzeptionellen und strategischen Aufgaben in der Personalentwicklung sehr gut und bestärkten meine Entscheidung, mich um einen Job in der Personalentwicklung zu suchen und nicht in der Personalbetreuung und -beschaffung.

Nachdem ich mein zweites Praktikum beendet und meine Bachelorstudium abgeschlossen hatte, begann die Zeit des Bewerbungsschreibens– der Direkteinstieg in der Personalentwicklung war mein Ziel. Wie bei vielen anderen klappte es nicht sofort, und so nutzte ich die Zeit für ein weiteres Praktikum, diesmal in der Personalentwicklung eines mittelständischen Business-Travel- Management-Unternehmens mit ca. 1.000 Mitarbeitern. Hier wurde mir besonders die Vielfältigkeit des Personalwesens deutlich vor Augen geführt. Alle meine beruflichen Erfahrungen sammelte im Personalwesen – in diesem Praktikum und den beiden vorangegangen –, und doch waren die Themen und Projekte jedes Mal sehr unterschiedlich.

Die Suche nach einer geeigneten Stelle für einen Direkteinstieg in das Personalwesen setzte ich selbstverständlich fort. Eines Tages fand ich eine Stellenanzeige des Bankhauses Metzler, die Bank suchte Verstärkung in der Personalentwickung – und ich wusste sofort, dass das die richtige Stelle für mich ist: Genau die Tätigkeiten und Themengebieten, die mich interessierten, und das in einem mittelständigen Unternehmen, in dem ich Verantwortung übernehmen und Arbeitsabläufe selbst gestalten kann.

Inzwischen plane und organisiere ich die Weiterbildungsmaßnahmen und den Ausbildungsablauf unserer Auszubildenden. Zudem betreue ich unsere Auszubildenden während ihrer Ausbildungszeit und bin Ansprechpartnerin für unsere Praktikanten und Werkstudenten und bin für deren Einstellungsprozess zuständig. Ich habe bei Metzler viel Freiraum, kann die Arbeitsabläufe selbstständig gestalten und flexibel auf verschiedene Situationen eingehen. Bisher bin ich über meinen beruflichen Werdegang sehr glücklich. Ich kannte meine Ziele und wusste, in welcher Art von Unternehmen ich am liebsten arbeiten möchte – der Direkteinstieg im Bankhaus Metzler war für mich die beste Entscheidung.

Ich lernte dabei: Es ist wichtig während des Studiums möglichst viele und unterschiedliche Erfahrungen zu sammeln, um zu erkennen, in welcher Position man die eigenen Interessen verwirklichen kann und in welches Unternehmen man am besten passt. Dabei sind nicht nur die guten Erfahrungen wichtig. Es kommt auch darauf an, zu erkennen, welche Wege man nicht einschlagen möchte und welche Tätigkeiten man sich für sein späteres Berufsleben nicht vorstellen kann. Da ich nun „auf der anderen Seite“ stehe, gebe ich diese Erfahrungen gerne an unsere Praktikanten weiter. Es ist wichtig, schon zum Zeitpunkt der Bewerbung zu wissen, welche Tätigkeiten im Praktikum auf sie zukommen. Und dass sie die Erfahrungen, die sie beim Bankhaus Metzler machen werden, für sich nutzen. Und ich versuche, sie dabei zu unterstützen, so dass es möglichst gute Erfahrungen sind.

Karriereplaner - Ausgabe: SS 2014