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Julia Beck, Investment-Trainee über ihreersten 100 Tage beim Bankhaus Metzler

Nach Abschluss meines Wirtschafts- und Mathematikstudiums stand ich vor einer Entscheidung, vor der wohl alle Absolventen früher oder später stehen: In welche Richtung will ich mich nun beruflich entwickeln? Welche Position deckt sich am besten mit meinen Interessen? Und welches Unternehmen bietet mir die richtigen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche berufliche Zukunft?

Um den optimalen Einstieg in die Finanzbranche zu finden, beschäftigte ich mich ausführlich mit verschiedenen Absolventenprogrammen. Traineeprogramme gibt es viele – doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass diese in ihrem Aufbau und ihren Zielen recht unterschiedlich sind.

Das Traineeprogramm des Bankhauses Metzler stach für mich aus zwei Gründen besonders hervor: Der erste Grund hatte direkt mit dem Aufbau des Programmes zu tun. Viele Unternehmen bieten Absolventen die Möglichkeit, in unterschiedliche Abteilungen hineinzuschnuppern. Allerdings muss man sich in aller Regel schon vor Beginn des Programms für die Abteilung entscheiden, in der man hinterher arbeiten will. Für mich geht dadurch aber ein großer Vorteil eines Traineeprogramms komplett verloren – die Chance, verschiedene Geschäftsbereiche unvoreingenommen kennenzulernen. Das ist beim Traineeprogramm des Bankhauses Metzler grundsätzlich anders: Hier haben Absolventen die Möglichkeit, alle fünf Kerngeschäftsfelder gleichberechtigt kennenzulernen – Asset Management, Corporate Finance, Equities, Financial Markets und Private Banking. Erst danach entscheidet man sich für den Bereich, in dem man die Vertiefungsphase absolvieren möchte.

Zum zweiten sprach mich das Unternehmen „Bankhaus Metzler“ stark an. Natürlich spielten das Renommée und die Stabilität der traditionsreichen Privatbank eine Rolle. Ausschlaggebend war jedoch ein anderer Aspekt: Meine Erfahrungen aus diversen Praktika hatten mich gelehrt, dass interessante Aufgaben eher in kleineren Unternehmen als in großen Konzernen zu finden waren. Flexibilität, flache Hierarchien und wenig Bürokratie waren für mich Faktoren von großer Bedeutung. Ich suchte die Möglichkeit, frühzeitig Verantwortung zu übernehmen und Ideen eigenverantwortlich umzusetzen. Mir ein breites Wissensspektrum anzueignen war für mich attraktiver, als mich in einen sehr speziellen Bereich zu vertiefen. Diese Erwartungen schienen gut zu einem Unternehmen wie dem Bankhaus Metzler zu passen, das „Unternehmertum“ fest in seinem Wertekanon verankert hat und „unabhängige Köpfe“ sucht.

Heute, nach gut hundert Tagen als Trainee beim Bankhaus Metzler, kann ich sagen, dass ich die Dinge so vorgefunden habe, wie ich mir anfangs erhofft habe. Ich habe mittlerweile je sechs Wochen in den Abteilungen Financial Markets, Corporate Finance- und Private Banking verbracht. So unterschiedlich diese Abteilungen sind, so unterschiedlich
waren auch die Aufgaben: die Mitarbeit am Zins- und Währungsausblick, die Programmierung eines Instruments zur Risikosteuerung in Rentenportfolios, die umfassende Bewertung von Unternehmen als potenzielle Übernahmetargets, die Analyse von Aktientiteln oder die Mitwirkung an Veranstaltungen für Privatkunden. In jeder Abteilung erhielt ich zudem einen Umlaufplan. Jeden Tag nahm sich ein anderer Kollege für mich Zeit, erklärte mir seine Aufgaben und ließ mich am täglichen Geschäft und den laufenden Projekten mitarbeiten. Dass ich in dieser Zeit bei Metzler nun mehr übers Bankgeschäft gelernt habe als die Jahre zuvor an der Uni – das wäre wahrscheinlich übertrieben. Dennoch kam es mir an Tagen, an denen der Kopf besonders rauchte, durchaus so vor.

Einige Seiten des Traineeprogramms haben mich jedoch auch überrascht: So war mir anfangs nicht bewusst, wie stark man sich in dieser Zeit auch persönlich weiterentwickelt. Wer alle paar Wochen die Abteilung wechselt, muss offen, anpassungsfähig und belastbar sein. Zum einen muss man in den einzelnen Abteilungen mit sehr unterschiedlichen Personen und Charakteren zusammenarbeiten. Zum anderen lernt man verschiedene Anforderungen kennen. Die Rolle eines Analysten erfordert logisches Denkvermögen und eine strukturierte Herangehensweise an komplexe Problemstellungen. In einer Position im institutionellen Sales-Bereich sind kommunikative Fähigkeiten, Verkaufstalent und der Blick fürs Wesentliche gefragt. Die Arbeit mit anspruchsvollen Privatkunden verlangt Geduld, ein sicheres Auftreten und ein ehrliches Interesse an anderen Menschen. Im Traineeprogramm erhält man die Möglichkeit, sich in allen diesen Bereichen und Herausforderungen zu erproben.

Bei Gesprächen mit Kollegen, die ebenfalls das Traineeprogramm absolviert haben, ist mir eines besonders aufgefallen: Zu Beginn interessierten sich die meisten für ein bestimmtes Geschäftsfeld; der kontaktfreudige Betriebswirt präferierte das Private Banking, der technikaffine Wirtschaftsingenieur das Corporate Finance und der analytische Wirtschaftsmathe matiker das quantitative Asset Management. Doch überraschend oft entschieden sich die Trainees schlussendlich für eine andere Abteilung. Dies belegt wieder einen großen Vorteil des Programms – dass die Entscheidung für eine Abteilung erst zum Schluss fällt. Denn nicht selten sind die Dinge, die man an der Universität theoretisch lernt, dann doch anders als die Projekte, die in der Praxis umgesetzt werden.

Abschließend möchte ich anmerken, dass ein Traineeprogramm beim Bankhaus Metzler wahrscheinlich nicht für jeden das Richtige ist. Wer konkret weiß, welche Rolle in welchem Bereich die passende ist, wer einen genau geplanten Karriereweg sucht, dem ist mit einem anderen Berufseinstieg vielleicht besser gedient. Doch wer eine gesunde Portion Neugier und Offenheit mitbringt, eine steile Lernkurve fordert und Freiräume zu schätzen weiß, der ist beim Bankhaus Metzler an der richtigen Stelle.

STECKBRIEF

Name:
Julia Beck

Karriere:
Praktika in den Bereichen Venture Capital,
Private Equity und Portfoliomanagement,
Teilnehmerin am 12-monatigen InvestmentTraineeProgramm des Bankhauses Metzler

Studium:
Internationale Betriebswirtschaft in Wien und Austin, Texas (Diplom);
Mathematik in München (Bachelor)

Karriereplaner - Ausgabe: SS 2013