Der KarrierePlaner
Allgemein
Studieren in FFM
Career Services
Karriere
Im Gespräch
Events in FFM
Buchtipps
Unternehmensporträts
zurück zu "Karriere"
Bildergalerie

Profil Armin Roth

Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Armin Roth Direkteinstieg Advisory

Schon zu meinen Schulzeiten habe ich mich immer sehr für Wirtschaft, Mathematik, Informatik, Elektronik und Sport interessiert. Und so kam es, dass ich auf dem Gymnasium die Leistungskurse Wirtschaft und Mathematik wählte. Ich muss zugeben, ich habe erst im Laufe der Leistungskurse verstanden, wie vielseitig das Thema „Wirtschaft“ ist und sein kann. Allein die unterschiedlichen Themenfelder der Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre fand ich in ihrer Vielfältigkeit spannend und ich entdeckte viele wirtschaftliche Themen, bei denen mir mein Spaß am Umgang mit Zahlen entgegenkam: Ich hatte für mich ein Thema gefunden, bei dem ich meine beide Interessen miteinander verbinden konnte. So war mein Plan geboren und ich schrieb mich an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg für Betriebswirtschaftslehre ein mit dem Ziel, mich mit dem Thema weiter zu befassen und noch tiefer einzusteigen. Im Laufe des Grundstudiums lernte ich die Breite des Themas erst richtig kennen. Es kamen für mich viele neue Facetten dazu, mit denen ich mich bis zu diesem Zeitpunkt weniger beschäftigt hatte. Und ich musste feststellen, dass nicht alle neuen Themen auch meine Vorliebe – den Umgang mit Zahlen – trafen. So erinnere ich mich noch an einige beispielsweise juristische Vorlesungen, in denen wir zwar viel über Zahlen (Paragrafen) sprachen, aber das mathematische Ergebnis eher weniger Interesse bei meinen Professoren fand.

Daneben besuchte ich auch einige Informatikvorlesungen über Programmierung, Datenbanken und betriebswirtschaftliche Anwendungen. Ein Themengebiet, das mich sofort faszinierte und das es mir ermöglichte, betriebswirtschaftliche Abläufe in ITAnwendungen und -Systemen anzuwenden bzw. ablaufen sehen zu können. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, mit welcher Ausrichtung ich mein Studium fortsetzen wollte. Und so entschied ich mich für mein Hauptstudium für den Schwerpunkt „Wirtschaftsinformatik“ und wechselte nach bestandenem Vordiplom an die Fachhochschule Würzburg/Schweinfurt/Aschaffenburg, da mir dort die Zusammensetzung der Themen für diesen Schwerpunkt am breitesten und interessantesten erschien.

Parallel zum Hauptstudium machte ich ein Praktikum in der IT-Abteilung eines großen Schmuckeinzelhändlers in Deutschland und war dort im Anschluss als Werkstudent bis zu meinem Abschluss als Diplom-Betriebswirt (FH) tätig. Während dieser Zeit hatte ich die Gelegenheit, in viele unterschiedliche Bereiche eines Unternehmens Einblick zu gewinnen und für mich ein Gefühl zu entwickeln, welche Tätigkeiten mir am meisten Spaß machen. Und es bestätigte sich für mich die Erkenntnis, die ich bereits im Studium gewonnen hatte, dass es die Themen sind, in denen ich betriebswirtschaftliche Abläufe in ihrer konzeptionellen, fachlichen Anforderung und ihrer Abbildung in ERPSystemen analysieren bzw. konzeptionieren kann – Themen also eher an der Schnittstelle zwischen den Fachbereichen und der IT.

Während meiner Tätigkeit als Werkstudent hatte ich auch die Möglichkeit, mit einem Mitarbeiter des Wirtschaftsprüfers der Gesellschaft zu sprechen. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ausschließlich im Bereich Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung wahrgenommen und somit nicht auf meinem Radar als möglichen Arbeitgeber für das Thema, das ich beruflich weiterverfolgen wollte. Im Rahmen unseres Gesprächs verstand ich den Umfang und die Breite der Services im Bereich Prüfung und Beratung, die über die Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung hinausgehen – und unter anderem auch Transaktionsberatung, Rechtsberatung, IT-Prüfung und IT-Beratung oder auch betriebswirtschaftliche Beratung umfassen. Speziell die IT- und betriebswirtschaftliche Beratung fand ich sehr interessant.

So kam es, dass ich mich bei Arthur Andersen als Consultant für diesen Bereich bewarb. Zu Beginn meiner Tätigkeit war ich stark in die IT-Prüfung zur Risikobeurteilung des IT-Umfelds im Rahmen der Jahresabschlussprüfung bzw. in Software- Zertifizierungsprüfungen nach IDW-PS 880 eingebunden. Nach meiner Zertifizierung zum SAP R/3 Solution Consultant Supply Chain habe ich viele projektbegleitende Prüfungen und Beratungen bzw. Qualitätssicherungen im Rahmen von SAP-Einführungsprojekten bzw. SAP-Releasewechseln sowie einige Euro-Systemumstellungsprojekte durchgeführt. Im internationalen Umfeld habe ich über zwei Jahre die Teilprojektleitung für Datenmigration bzw. Testing bis zur erfolgreichen Einführung eines ERPSystems verantwortet sowie im Rahmen von Softwareentwicklungsprojekten fachliche Testkonzepte entwickelt, geplant und durchgeführt.

Heute bei Ernst & Young gehören diese Themen zu Advisory. Ich bin in der Zwischenzeit 15 Jahre im Unternehmen und seit 2008 Partner im Bereich Advisory /Risk & IT und verantworte in Advisory als Competency- Leader „TPAS – Tax Performance and Advisory Services“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz. TPAS befasst sich mit dem Beratungsportfolio steuerlich motivierter Themen und ergänzt diese zu einem ganzheitlichen Service von der fachlichen Konzeption bis hin zur Umsetzung in den Dimensionen Organisation/Prozesse/Systeme. Welche Themen und Inhalte kann man sich darunter vorstellen? Beispielsweise die kostenoptimierte Konzeptionierung von eInvoicing-Prozessen auf der Rechnungseingangs- bzw. Rechnungsausgangsseite m internationalen Kontext unter Berücksichtigung der länderspezifischen steuerrechtlichen Anforderungen. Oder auch das Thema eBilanz in Deutschland und die Beratung von Firmen bei der Abbildung der geforderten Taxonomie und die Anpassung des Steuerbilanzerstellungsprozesses bis hin zu einer erfolgreichen Übertragung der Steuerbilanz im XBRL-Format an die Finanzbehörde.

Diesen Service erbringen wir in Advisory interdisziplinär mit den Kollegen aus unserer Tax-Abteilung, die unter anderem das steuerliche Fach-Know-how in die Themen einbringen. Zur Bearbeitung solcher Projektthemen bei unseren Kunden ist in der Regel die Einbindung von Mitarbeitern aus den unterschiedlichen Bereichen eines Unternehmens notwendig. So sind beispielsweise eBilanz-Projekte ohne Einbindung des Rechnungswesens, der Steuerabteilung wie auch der IT-Abteilung nicht möglich.

Wie man daran gut erkennen kann, bin ich in den letzten 15 Jahren meinen Interessen an der Schnittstelle zwischen Fach- und ITBereich treu geblieben. Auch die Entwicklung neuer Themen sowie die Dimensionen eines Themas bei unterschiedlichen Kunden und in unterschiedlichen Branchen halten meine Arbeit für mich jeden Tag spannend. Mit Menschen dabei in solchen Projekten zu arbeiten und in Teams solche Projekte erfolgreich umzusetzen, motiviert mich seit 15 Jahren.

Karriereplaner - Ausgabe: WS 2012/2013